Vue sur Villars - été Nathalie Racheter

Villars-Ollon

In der Römerzeit hiess die Region „civitas vallensium“ und gehörte zum Einflussbereich des Kaisers Claudius, der die Strasse von Mailand über den Grossen St. Bernhard, Martigny, Saint-Maurice, Massongex, St-Triphon, Aigle, Yvorne und am Genfersee entlang nach Mainz bauen liess. Im 5. Jh. siedelten sich von Frankreich kommende Burgunder zwischen Lyon und Martigny an und mischten sich mit der von Invasionen dezimierten gallo-römischen Bevölkerung. Ein Burgunderkönig gründete die Abtei St-Maurice (515, Hl. Sigismund) und stattete sie vom Wallis bis an den Genfersee mit bedeutenden Ländereien aus.
 
Der Name Chablais wird 814 erstmals erwähnt, als das Gebiet unter der Herrschaft Ludwigs des Frommen steht, des Nachfolgers von Karl dem Grossen. Zwischen 888 und 1032 erstreckte sich die Grafschaft Chablais von Thonon und Vevey am Genfersee bis zum Fluss Trient im Wallis. Die Abtei St-Maurice kontrollierte in dieser Zeit den Grossen St. Bernhard-Pass und besass zahlreiche Ländereien in der Ebene und in den Bergen. Gryon und Ollon mit ihrem Gemeindegebiet und ihren Alpweiden gehörten dazu.
Ab 1032 mehrten sich Spannungen und Konflikte zwischen dem Bischof von Sitten und den Grafen von Savoyen, die das gesamte Gebiet in ihre Gewalt brachten und es im Waadtland weiter vergrösserten.
 
In diesen sehr wechselhaften Zeiten emanzipierten sich manche Gemeinden nach und nach und erlangten zahlreiche Vorrechte. 1475 begann die Eroberung durch die Berner, die ab Frühjahr 1476 von den Verbündeten im Oberwallis Unterstützung erhielten. Das Château de La Roche in Ollon und das Schloss von St-Triphon wurden gebrandschatzt. Die Abtei St-Maurice konnte trotz dem Vormarsch der Berner ihre Ländereien und einen Teil ihrer Rechte bis ins 18. Jahrhundert wahren. Während sie den Herren der Region unterstellt blieben, war einzig der Gouverneur von Aigle ein Berner.
 
Die ersten Siedlungsspuren in Villars gehen auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück. Die starke Bevölkerungsexplosion veranlasste damals die Mönche von St-Maurice zur Unterstützung der Bauern, die systematisch in höher gelegene Gebiete vordrangen und die Alpweiden erheblich vergrösserten. Jede von ihnen eingenommene und urbar gemachte Alp wurde zu wertvollem Boden, den sie unnachgiebig gegen nachbarliche Übergriffe verteidigten.
Nach der Legende kämpften die Bauern von Ollon wild entschlossen um ihre Alpweiden – gegen wuchernde Bäume ebenso wie gegen Angriffe vor Gericht. 1750 stellten die Berg-“Zehnden” (Villars, Chesières, Huémoz) ein Begehren auf Bildung einer eigenen Gemeinde, doch die Berner Herren lehnten ab. 1889 verlangte die Gemeinde die Herausgabe der “Zehnden”-Archive und fügte sie in jene von Ollon ein. Damit wurden Villars und Ollon endlich vereint.

Die ersten SkifahreR

Für die Bergbewohner war der Winter früher eine traurige, kalte, dunkle und feindliche Jahreszeit. Die 1870 eröffneten Hotels von Villars-Chesières nahmen deshalb nur im Sommer Gäste auf und blieben im Winter geschlossen. Erst 1905 führt der Besitzer des Villars Palace in Villars die Wintersaison ein und entwickelt rund um sein Hotel eine Winter-Freizeitinfrastruktur. 1907 baut er eine grosse Eislaufbahn und richtet ein Curling- und Eishockey-Spielfeld ein. 1908 lässt er eine Schlittelpiste und eine Bobbahn anlegen.
Wann kam in der Schweiz das Skifahren auf

Wann kam in der Schweiz das Skifahren auf

Wir wissen, dass der in Davos lebende Arzt Dr. Alexander Spengler 1873 von norwegischen Verwandten ein Paar Ski aus Lappland erhielt. Sein erster Versuch verlief allerdings so katastrophal, dass er die Übung abbrach. Andere, die es versuchten, liessen sich ebenfalls entmutigen. Erst als in Berlin ein Buch des Forschers Fridtjof Nansen über die Durchquerung Grönlands auf Ski erschien, das zahlreiche Hinweise über die Technik dieses Sports enthielt, bauten sich unternehmungslustige Leute an verschiedenen Orten in der Schweiz nach Nansens Angaben Ski und fingen an, die verschneiten Hänge zu erobern.

So begann das Skifahren in Villars

In der Region Bretaye wurden schon bald für den neuen Sport geeignete Hänge entdeckt. Die besten Skifahrer liessen sich von 1906 an täglich für 13 Franken mit Pferdeschlitten von Villars nach Bretaye hinaufführen. Als die Bahn 1913 bis Les Bouquetins ausgebaut wurde, begann sich der Skibetrieb erst richtig zu entwickeln. Die Skifahrer mussten damals zu Fuss nach Bretaye laufen (ca. 600 m).
 
1936 wurde in der Combe de Chaux Ronde der erste Schlepplift gebaut. Dieser Skilift, auf dem sich die Skifahrer mit einem breiten Ledergurt einhängten und den Hang hinaufschleppen liessen, war eine Schweizer Premiere. Am 13. Dezember 1936 legte der Orient Express in Aigle für den in Bretaye organisierten Riesenslalom “Royaume des belles joies du Ski en hiver” (dt. “Das Reich der schönen Winter-Skifreuden”) einen Sonderhalt ein. Im gleichen Jahr wurde auch eine Schlittenseilbahn gebaut, ein Schlittenlift mit 12 Plätzen, der die Skifahrer bis auf den Grand Chamossaire hinauf beförderte. Dieser Funi-Schlittenlift war bis 1953 in Betrieb.
 
Hinter dem Palace auf dem alten Golfplatz wurde Skiunterricht erteilt. Ein halber Tag Gruppenunterricht in Klassen von über 50 Personen kostete 5 Franken und für eine Privatlektion wurden 7 Franken verrechnet. Es konnte passieren, dass die Lektion vorbei war, wenn der letzte Schüler seine Ski befestigt hatte!
 
Erst 1937 wurde die Bahnlinie bis auf die Hochebene von Bretaye ausgebaut. 1938 galt Villars als einer der ersten Winterkurorte Europas. Die moderne Infrastruktur lockte viele Schweizer Skiklubs zum Trainieren in unser Skigebiet. Villars wurde dann die Nummer Eins der Wintersportorte… Leider brach 9 Monate später der Krieg aus. Es war eine Katastrophe für die grossen Hotels der Region, die auf einmal leer standen.
Die neue Generation

Die neue Generation

Glücklicherweise folgten auf die schwierigen Kriegsjahre wieder bessere Zeiten, in denen Villars aus seinem 1920 gegründeten Skiclub ab den 1930er Jahren etliche Champions hervorgehen sah, darunter Olivia Ausoni und Roger Gysin in den Jahren 1940 bis 1955, Jean-Daniel und Michel Dätwyler zwischen 1965 und 1973 und Céline Dätwyler und Anick Bonzon in den Jahren 1990-2000.
Fanny Smith, unsere einheimische Skicrossmeisterin hat 13 Weltcup gewonnen, stand 32 Mal auf einem Weltcup Podest, hat 3 olympische Diplome gewonnen und wurde in den 2018 Olympiaden Bronze Medaillist.

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