Bex Nathalie Racheter

Bex

In der Region Bex hat man zwar Spuren von Höhlenmenschen gefunden, doch wurde sie anscheinend erst sehr spät dauerhaft besiedelt. Während langer Zeit war die Ebene, in der Bex später entstanden ist, ein ausgedehnter Sumpf. Der Lauf der Rhonearme, die ihn durchflossen, konnte sich mit jedem Hochwasser verändern. Erst im Jahr 574 wurde Bex erstmals erwähnt, aus Anlass einer grossen Schlacht zwischen den Franken, von denen Bex abhängig war, und den ins heutige Wallis eingedrungenen Langobarden. Bex war damals eine Grenzregion, die während des ganzen Hochmittelalters nicht zur Ruhe kam. Während das Dorf dem Grafen von Savoyen unterstand, erbaute Girold de Bex, der Herr von Bex, 1150 auf dem Hügel Chiètres ein Schloss, das den Eingang ins untere Rhonetal beherrschte. Bald kamen weitere Bauwerke zur Ergänzung dieser Verteidigungsanlage hinzu. Wenig später wurde eine Festungsmauer errichtet, die den Talausgang des Avançon überwachte und den Zugang zum heute verschwundenen Dorf „Belmont“ verteidigte. Es scheint übrigens, dass Bex damals kleiner war als Belmont, dessen Einwohner die Ruhe der höheren Lage suchten, da die besser zugänglichen Orte im Tal immer wieder von kriegerischen Einfällen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein letzter Turm über der Stelle, an welcher der Avençon d’Anzeindaz und der Avençon de Nant zusammenfliessen, diente der Abwehr von Angreifern, die sich vom Pas de Cheville-Pass näherten.
Es gab schon damals eine wichtige Strasse, die von Frankreich nach Italien durch die Region führte und für die damalige Zeit stark befahren war. Damit brachte sie der Gegend zwar wirtschaftlichen Nutzen, aber leider auch kriegerische Unruhen und Plünderungen. Aufgrund ihrer Lage bildete die Region selbst ebenfalls eine Grenze, die für den Grafen von Savoyen erhebliche Bedeutung hatte und die Verteidigungsanlagen rechtfertigte, die er hatte erbauen lassen.

Später wurde Bex in die Republik Bern integriert. Es begann 1464 mit einer Strafexpedition Berns gegen das Dorf. Eine Schar Berner Soldaten plünderte ein unbewohntes Anwesen und zog mit ihrer Beute ab. Zwölf Jahre später besetzte die Republik Bern das ganze Waadtländer Chablais (einschliesslich Bex) und eignete es sich unter dem Namen Herrschaft Aigle an. Bern reformierte die Religion der Bürger und veränderte ihr Leben, indem es vor allem den Ackerbau verbesserte und den Salzabbau entwickelte, was der Gemeinde enormen wirtschaftlichen Nutzen brachte. Durch die Eindämmung der Rhone wurden schliesslich auch noch die Ackerflächen verbessert.

Mit dem Aufkommen des Tourismus machte Bex wirtschaftlich einen grossen Sprung nach vorn. Die Umorientierung war sehr schwierig und nur dank den Industrien möglich, die sich seit Beginn des Jahrhunderts im Ort niedergelassen hatten. Zu jener Zeit lagen die Chancen von Bex in seinem Boden, im Salz- und Gipsabbau und vor allem in seinem Wasser, das die Kraftwerke antrieb. 
Bex nutzt diese Chancen geschickt, und in den letzten Jahren wurden auch neue Aktivitäten entwickelt und dabei die Schätze nicht vernachlässigt, die dem Dorf von der Natur gegeben waren, seine Landwirtschaft und seine Rebberge, deren guter Ruf unaufhaltsam wächst.
Die Salzminen

Die Salzminen

Salz war in der Antike, im Mittelalter und bis in die jüngere Vergangenheit ein unverzichtbares Produkt und gleichzeitig eine bedeutende Einnahmequelle. Die Entdeckung salzhaltiger Quellen im Waadtland geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Nach der Legende soll einem Hirten, der seine Ziegen bei Panex oberhalb von Ollon und im Fondement bei Bex weiden liess, aufgefallen sein, dass sie am liebsten aus zwei bestimmten Quellen  tranken.
Als er deren Wasser probierte, stellte er fest, dass es salzig schmeckte. Er fand seine Entdeckung bestätigt, als er es erhitzte und verdampfen liess, da auf dem Boden des Kochtopfs eine feine Salzschicht zurückblieb. Die Salzminen sind ein ausgedehntes Labyrinth von Galerien und Gruben, Treppen und Sälen mit einer konstanten Temperatur von 17 Grad, die sich auf über 50 km ausdehnen. Der Zugang zu diesem Labyrinth durch die Porte du Bouillet befindet sich über dem Weiler Les Dévens.

Unsere Region in den sozialen Netzwerken